Chronik Wohnungsbau-Verein Neukölln eG

Ein Blick zurück kann auch ein Blick in die Zukunft sein.

1902 - 2002 : 100 Jahre Wohnungsbau-Verein Neukölln eG

Im Jahr 2002 wurde die Wohnungsbau-Verein 100 Jahre alt. Dieses beachtliche Jubiläum wurde gefeiert, war aber auch Anlass, sich ausführlich mit Geschichte und Zukunftsperspektiven der Genossenschaft zu beschäftigen.

Der ehemalige Beamten-Wohnungsbau-Verein wurde 1902 im schnell wachsenden Dorf Rixdorf, damals noch vor den Toren der Stadt Berlin gelegen, auf Initiative des Rixdorfer Lehrervereins gegründet. Als Vorbild diente der 1900 entstandene Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin, der jedoch zunächst die erhoffte Zusammenarbeit mit den sozialkritischen Lehrern ablehnte.

Aufgrund der für Beamtengenossenschaften reservierten staatlichen Fördermittel konnten in den folgenden 12 Jahren bis zum 1.Weltkrieg über 500 Wohnungen entstehen und es entwickelte sich ein reges Gemeinschaftsleben mit Wohlfahrtseinrichtungen wie Sterbekasse und Wirtschaftsausschuss, der Lebensmittel und Brennstoffe - von Kohlen über Kartoffeln bis zu den Zigarren - für die Mitglieder preisgünstig besorgte.

Die baugeschichtlich und wohnreformerischen interessantesten Wohnanlagen der Genossenschaft, wie z.B. der sogenannte Werrablock in Neukölln, entstanden jedoch in den 20er Jahren vornehmlich in der Zusammenarbeit mit den bekannten Reformarchitekten Mebes und Emmerich. Mit einem eigenen Kindergarten konnte 1926 auch eine weitere Gemeinschaftseinrichtung eingeweiht werden.

Heute zählt die eingetragene Genossenschaft mit über 6.000 Wohnungen zu den großen Berliner Genossenschaften. Mit Eröffnung eines weiteren Ausstellungsteils zur Siedlungsgeschichte in den Geschäftsräumen der wbv trat die Genossenschaft in ihr Jubiläumsjahr zum 100. Gründungstag, das mit einer Vielzahl von Veranstaltungen sowie einer umfangreichen Festschrift gewürdigt wurde.